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Marcel Badra*, Agit Kadino*, Maya Böhm, et al.

Position beziehen in der Pflege - Reflexion von Weißsein als Ansatz zum Abbau von Rassismus

“Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens” (WHO, 1946). Jedoch zeigen zahlreiche Studien, dass Rassismus und seine vielfältigen Auswirkungen auf die Gesundheit dieses Menschenrecht immer wieder einschränken (Kajikhina et al., 2023; Williams et al., 2019): Chronischen Schmerzen (Brown et al., 2018), Bluthochdruck (Dolezsar et al., 2014), Autoimmunerkrankungen (Chae et al., 2019), erhöhte Wachsamkeit (Sadek et al., 2026), Trauma (Briere et al., 2025), Depressionen (Gibson et al., 2022) oder Angststörungen (MacIntyre et al., 2023) können Auswirkungen von Rassismus sein.

Menschen, die von Rassismus betroffen sind, erleben nicht nur Einschränkungen in ihrer Gesundheit, sondern auch in ihren Arbeitsbedingungen. Im Pflegebereich leisten sie häufiger unbezahlte Überstunden, übernehmen häufiger niedrig bewertete Tätigkeiten wie Zimmerreinigung und erleben häufiger Kritik und xenophobe Kommentare von Pflegeempfängerinnen und Pflegeempfängern1 sowie von Kolleginnen und Kollegen (Ritter, 2024; Theobald, 2017). Insgesamt macht die Forschung deutlich, dass Rassismus weitreichende Folgen hat und sowohl die Gesundheit als auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Betroffenen beeinflusst.

Um diese Auswirkungen besser einzuordnen, hilft ein Blick darauf, wie Rassismus definiert ist: Kurz gesagt bedeutet Rassismus (1) die Einteilung von Menschen in ethnische/rassifizierte Gruppen, (2) die Abwertung dieser Gruppen und (3) die Macht, diese Einteilung und Abwertung strukturell durchzusetzen (Essed, 1992; Rommelspacher, 2009). Gerade der dritte Punkt verdeutlicht, dass Rassismus nicht nur aus persönlichen Vorurteilen besteht, sondern auf gesellschaftlichen Machtverhältnissen beruht. Damit stellt sich die Frage, welche Gruppen innerhalb dieser Machtverhältnisse privilegiert sind und von diesen profitieren – und unter welchen Bedingungen Rassismus reproduziert wird.

Warum wir über Weißsein sprechen müssen

Ein zentraler Ansatz zur Bekämpfung von Rassismus besteht darin, nicht ausschließlich die Diskriminierungserfahrungen rassifizierter Gruppen zu betrachten, sondern gezielt die gesellschaftliche Position von Weißsein2 kritisch zu analysieren. Mit „weiß“ ist nicht ausschließlich die Hautfarbe gemeint, sondern eine gesellschaftliche Position von Menschen, die nicht von Rassismus betroffen sind und deren Perspektiven und Lebensweisen häufig als gesellschaftliche Norm gelten (vgl. Marmer 2018; Zaidi et al. 2023). Dieser Perspektivwechsel von Diskriminierungserfahrungen hin zu kritischer Reflexion von Weißsein, – sowohlauf individueller als auch auf struktureller Ebene – ist zentral, weil Weißsein gesellschaftlich häufig gar nicht als spezifische Position verstanden wird. Marmer verweist darauf, dass „[...] weiße Subjekte in Deutschland sich selbst nicht als weiß begreifen, sondern die sogenannten Anderen in Differenz zu sich selbst als ‚nicht-weiß’” (Wachendorfer, 2001, zitiert nach Marmer, 2018, S. 295). Somit bleibt dieeigene (weiße) gesellschaftliche Position häufig unsichtbar, während Rassismus vor allem als Problem „der Anderen“ wahrgenommen wird. 

Diese Unsichtbarkeit hängt eng damit zusammen, dass Weißsein als gesellschaftliche Norm fungiert. Marmer zufolge „bestimmt Weißsein […] die gesellschaftliche Norm und macht alles ‚nicht-Weiße‘ zur Abweichung“ (2018, S. 291). Wenn eine bestimmte Perspektive als selbstverständlich gilt, werden die damit verbundenen Privilegien häufig nicht als solche erkannt und folglich nicht hinterfragt. Das erklärt, warum Weißsein häufig als „neutral“ oder „normal“ angenommen wird (Zaidi et al., 2023). Entsprechend zeigt sich, dass gesellschaftliche Strukturen in der Regel an den Erfahrungen und Bedürfnissen weißer Personen ausgerichtet sind, während andere Perspektiven als Abweichung oder Besonderheit erscheinen (Marmer, 2018; Zaidi et al., 2023). Es entstehen Erwartungen, Routinen und institutionelle Praktiken, die bestehende Ungleichheiten reproduzieren können, ohne dass dies von den Beteiligten unbedingt beabsichtigt ist. Ein Beispiel dafür findet sich in den Lehrmaterialien im Gesundheitsbereich. Internationale Studien zeigen, dass Darstellungen in medizinischen und pflegerischen Lehrbüchern überwiegend an weißen Körpern orientiert sind. Symptome oder Hautveränderungen werden entsprechend häufiger anhand weißer Patientinnen und Patienten erklärt, während andere Hauttöne seltener berücksichtigt werden. Dadurch kann es schwieriger werden, bestimmte Erkrankungen oder Symptome bei nicht-weißen Patientinnen und Patienten zu erkennen oder korrekt einzuordnen (Bell, 2021; Iheduru‐Anderson & Waite, 2022; Vogler et al., 2025). Rassismus wirkt somit nicht nur durch offene Diskriminierung, sondern auch durch scheinbar neutrale Normen und Routinen, die dazu beitragen können, rassistische Ungleichheiten zu stabilisieren und letztlich negative gesundheitliche Folgen zu verstärken.

Weißsein in der Pflege(-ausbildung): internationale Studien

Während im deutschsprachigen Raum bislang nur wenige Studien zu Weißsein in der Pflege vorliegen (Lewicki, 2022), ist insbesondere in den USA und Kanada in den letzten Jahren eine Fülle an Beiträgen in Pflege und auch Pflegeausbildung entstanden (Iheduru‐Anderson et al., 2021). 

Einige Autorinnen und Autoren, darunter Bonini und Matias (2021) und Bell (2021), zeigen auf, dass Lehrkräfte und Leitungsebenen überwiegend weiß besetzt sind. Diese personelle Homogenität und die damit einhergehende dominante Perspektive wirken nicht nur symbolisch, sondern prägen auch Wissensproduktion, Entscheidungsprozesse und institutionelle Prioritäten. Die Pflegeausbildung erscheint damit als Raum, in dem soziale Hierarchien nicht nur abgebildet, sondern aktiv reproduziert werden.

Hantke und ihre Kolleginnen (2022) konnten in ihrer Studie mit weißen Lehrkräften aufzeigen, dass Weißsein unter anderem als Unschulds- und Überlegenheitsäußerungen reproduziert wird, z. B. in Form von „wir meinen es doch gut“ oder sich als besonders aufgeklärt oder wissend darzustellen. Diese Deutungsmuster relativieren die Verantwortung der Lehrkräfte und stabilisieren bestehende Machtverhältnisse.  

Ein wiederkehrendes Thema einiger Autorinnen und Autoren ist die Kritik an kulturalisierenden Ansätzen in der Pflegeausbildung (Bell, 2021; Hantke et al., 2022; Iheduru-Anderson & Wahi, 2022). Sie zeigen, dass Ansätze zu kultureller Kompetenz Unterschiede vor allem individualisieren und auf kulturelle Werte, Traditionen oder Kommunikationsstile zurückführen, während strukturelle Dimensionen wie Rassifizierung, institutioneller Rassismus, Machtverhältnisse und weiße Privilegien unberücksichtigt bleiben.  

Für den deutschen Kontext impliziert dies, die Pflegeausbildung und –praxis nicht nur als Ort interkultureller Verständigung, sondern als machtstrukturiertes Feld zu verstehen, in dem Fragen von Repräsentation, Wissensordnungen und institutioneller Verantwortung systematisch reflektiert werden. Die Sichtbarmachung der Verteilung von Macht und weißer Norm sowie die institutionelle Verankerung explizit antirassistischer Pädagogik in der Ausbildung sind hierbei elementar. Letzteres zeigt sich exemplarisch anhand der Rahmenlehrpläne der Pflegeausbildung in Deutschland, die im Rahmen des Projekts “Transkulturelle Öffnung in der Pflege” in den Blick genommen wurden.

Transkulturelle Öffnung in der Pflege: Rassismus erkennen und überwinden

Um die Verankerung rassismuskritischer Perspektiven in Ausbildung und Praxis geht es in dem Modellprojekt „Transkulturelle Öffnung in der Pflege: Rassismus erkennen und überwinden“, das in Kooperation mit einer Pflegeschule durchgeführt wird. Das Projekt hat eine dreijährige Laufzeit, von Oktober 2024 bis Dezember 2027, und wird durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. Ziele des Projekts sind (1) eine Bestands- und Bedarfsanalyse in der Pflegeausbildung in Bezug auf transkulturelle Kompetenz und Rassismussensibilisierung; darauf aufbauend (2) die Entwicklung maßgeschneiderter Angebote für die Ausbildung auf struktureller und individueller Ebene; und schließlich (3) die Identifizierung von Chancen und Barrieren für die Umsetzung dieser rassismuskritischen und transkulturellen Perspektiven und Praktiken im Praxisalltag, um weitere Handlungsempfehlungen abzuleiten. Weitere Informationen gibt es unter https://www.ueberleben.org/allgemein/transkulturelle-oeffnung-in-der-pflege/.

Analyse der Rahmenlehrpläne der Pflegeausbildung in Deutschland

Im Rahmen des Projekts wurden in einem ersten Schritt die Rahmenlehrpläne der generalistischen Pflegeausbildung (GPA) (Fachkommission nach § 53 Pflegeberufegesetz, 2019) sowie der Pflegefachassistenz-Ausbildung des Landes Berlin (PFA) (Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Landes Berlin, 2021) rassismuskritisch analysiert.

Die Analysen zeigen, dass der Begriff Rassismus in beiden Curricula nicht vorkommt. Auch Konzepte wie institutioneller Rassismus, strukturelle Diskriminierung oder rassismuskritische Praxis werden nicht explizit benannt. Diskriminierung wird im Rahmenlehrplan der PFA thematisiert, etwa in der curricularen Einheit „Diversitätssensibel pflegen“. Im Rahmenlehrplan der GPA erscheint das Thema hingegen nicht als eigenständiger Schwerpunkt, sondern verteilt sich auf verschiedene Kompetenzbereiche. Dabei wird Diskriminierung überwiegend im Kontext individueller Haltungen oder zwischenmenschlicher Interaktionen behandelt. So wird beispielsweise formuliert, dass die Auszubildenden „grundlegende gesundheits-, alters- oder kulturbedingte Kommunikationsbarrieren erkennen und Maßnahmen zu deren Überwindung einsetzen“ sollen (Fachkommission nach § 53 Pflegeberufegesetz, 2019, S. 46).

Die gesellschaftlichen Machtverhältnisse, die rassistische Ungleichheit produzieren und stabilisieren, werden weitgehend nicht angesprochen und folglich nicht reflektiert. Damit bleibt eine wichtige Dimension pflegerischer Professionalität unberücksichtigt: die Fähigkeit, rassistische Strukturen im Gesundheitswesen zu erkennen, zu benennen und kritisch zu reflektieren, um letztendlich allen Menschen im Rahmen entsprechender Bedingungen eine hochwertige Versorgung anzubieten. Gerade im Kontext einer migrationsgesellschaftlichen Realität und einer zunehmend diversen Pflegepraxis stellt dies eine erhebliche konzeptionelle Lücke dar. Bleibt diese Dimension unberücksichtigt, können rassistische Mechanismen in Versorgungssituationen fortbestehen oder unbemerkt reproduziert werden. Dies führt zu Benachteiligungen in der Versorgung, zu schlechteren gesundheitlichen Ergebnissen für Pflegeempfängerinnen und Pflegeempfänger sowie zu Konflikten, Unsicherheiten und Unzufriedenheit im beruflichen Alltag, insbesondere für nicht-weiße Pflegerinnen und Pfleger. 

Beide Lehrpläne betonen kultursensible Pflege, wobei kulturelle Differenz häufig als Eigenschaft bestimmter Gruppen dargestellt wird. So sollen, wie es beispielsweise im Rahmenlehrplan der GPA heißt, Auszubildende bei der Planung von Pflegehandlungen, kulturelle und religiöse Kontexte der Pflegeempfängerinnen und Pflegeempfänger berücksichtigen (Fachkommission nach § 53 Pflegeberufegesetz, 2019, S. 152). Auch im Rahmenlehrplan der PFA wird betont, dass Lernende für unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen sensibilisiert sein sollen (Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung des Landes Berlin, 2021). Wie bereits internationale Studien gezeigt haben, birgt diese Perspektive die Gefahr, soziale Ungleichheit nur kulturell zu erklären und somit zu kulturalisieren, anstatt rassistische Machtverhältnisse zu erkennen und zu transformieren (siehe Bell, 2021; Hantke et al., 2022; Iheduru-Anderson & Wahi, 2022). Darüber hinaus erscheint das Thema Migration teilweise im Kontext von Belastung oder Defizit, während empowernde Perspektiven auf migrantische Lebensrealitäten oder migrantische Pflegekräfte weitgehend fehlen.

Die Analyse der Rahmenlehrpläne der GPA und der PFA macht damit sichtbar, dass rassistische Diskriminierung dort nicht als strukturelle Realität des Gesundheitswesens benannt wird. Rassismuskritik und eine antirassistische Pflegepraxis werden nicht als integraler Bestandteil pflegerischer Professionalität thematisiert. Stattdessen dominieren individualisierende und kulturalisierende Zugänge zu Differenz. Für eine zeitgemäße Pflegeausbildung wäre es daher notwendig, Rassismus explizit als spaltendes und krankmachendes gesellschaftliches Machtverhältnis zu thematisieren, intersektionale Analysen curricular zu verankern und institutionelle Verantwortung für diskriminierungssensible Strukturen systematisch zu übernehmen. In diese Richtung gehen mittlerweile auch 127 Akteurinnen und Akteure aus Pflegeausbildung, Gesundheitswesen und Politik. Im Rahmen einer am 11. Juni 2025 initiierten Petition an die für den Rahmenlehrplan Generalistik zuständige Fachkommission fordern sie die stärkere Verankerung von Diversitätskompetenz, Antidiskriminierung, Rassismuskritik und Demokratiebildung in den Rahmenlehrplänen der Pflegeausbildung (Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe gGmbH et al., 2025).

Weitere Schritte im Rahmen des laufenden Projekts zur Transkulturellen Öffnung in der Pflege bestehen in der Entwicklung maßgeschneiderter Angebote für die Ausbildung, sowohl auf struktureller als auch auf individueller Ebene, in Form von antirassistischen Workshops und Supervisionen. Vorgesehen ist, die Ergebnisse zu publizieren und sie einem breiten Publikum aus Praxis, Pädagogik, Wissenschaft und Politik zugänglich zu machen.

Fazit 

Wenn Leitungs-, Fach- und Assistenzkräfte, die in der Pflege und Pflegeausbildung arbeiten, ihrem professionellen Anspruch gerecht werden wollen, Gesundheit zu fördernund Ungleichbehandlung zu reduzieren, müssen sie sich daher auch mit den gesellschaftlichen Machtverhältnissen auseinandersetzen, die diese Ungleichheiten hervorbringen. Solange Weißsein als unsichtbare Selbstverständlichkeit bestehen bleibt, können die damit verbundenen Privilegien, Machtverhältnisse und Exklusionen nur schwer erkannt und hinterfragt werden. Für die Pflegeausbildung erfordert dies die Bereitschaft, Weißsein als strukturierende Norm des Gesundheitswesens sichtbar zu machen. Es gilt, Maßnahmen auf der Ebene der Versorgung von Patientinnen und Patienten, der Arbeitsorganisation und der Ausbildung zukünftiger Pflege(-fach)kräfte abzuleiten, um Bedingungen zu schaffen sowie Haltungen zu fördern, die es ermöglichen, Rassismus zu überwinden.

Literatur 

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Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe gGmbH, Lindenburg Akademie für Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsberufen der Uniklinik Köln, & Empowerment für Diversität – Allianz für Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung. (2025, 11. Juni). Petition an die Fachkommission nach § 53 des Pflegeberufegesetzes (PflBG): Implementierung von Diversitätskompetenz, Antidiskriminierung, Rassismuskritik und Demokratiebildung in den Rahmenlehrplänen zur Ausbildung von Pflegefachpersonen.

Bonini, S. M., & Matias, C. E. (2021). The impact of Whiteness on the education of nurses. Journal of Professional Nursing, 37(3), 620–625. https://doi.org/10.1016/j.profnurs.2021.02.009

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Theobald, H. (2017). Care workers with migration backgrounds in formal care services in Germany: A multi-level intersectional analysis. International Journal of Care and Caring, 1(2), 209–226. https://doi.org/10.1332/239788217X14944099147786

Vogler, C., Palesch, A., Diekert, K., Kohler, B. M., Aouassar, A., Ermler, V., Jiang-Siebert, Q., Franz, C., Kuhnke, R., Kraus, S., Mannes, A., Münnich, N., Novik, L., Preiß, F., Schilcher, B., Schmidpeter, I. & Wieteck, P. (Hrsg.). (2025). I care Pflege (3. Aufl., S. b000000817). Georg Thieme Verlag KG. https://doi.org/10.1055/b000000817

Williams, D. R., Lawrence, J. A. & Davis, B. A. (2019). Racism and Health: Evidence and Needed Research. Annual Review of Public Health, 40(1), 105–125. https://doi.org/10.1146/annurev-publhealth-040218-043750

Zaidi, Z., Rockich‐Winston, N., Chow, C., Martin, P. C., Onumah, C. & Wyatt, T. (2023). Whiteness theory and the (in)visible hierarchy in medical education. Medical Education, 57(10), 903–909. https://doi.org/10.1111/medu.15124

Autorinnen/Autoren:

Marcel Badra*, Agit Kadino*, Dr. Maya Böhm, Marco Hahn, Dr. Yuriy Nesterko und Dr. Sabine Könninger führen das Projekt „Transkulturelle Öffnung in der Pflege – Rassismus erkennen und überwinden“ (gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG)) am Zentrum ÜBERLEBEN durch.

*geteilte Erstautorenschaft

Kontakt:
Marcel Badra
projekt_pflege(at)ueberleben.org
Tel: 030 30390676

Fußnoten

(1) Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung aller geschlechtsspezifischen Sprachformen verzichtet. Die Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

(2) Der Begriff Weißsein wird in diesem Beitrag kursiv gesetzt, um zu verdeutlichen, dass damit nicht der Hautton gemeint ist, sondern eine gesellschaftliche Macht- und Positionskategorie. Er stammt aus der kritischen Weißseinsforschung der USA, findet sich in der quantitativen Sozialforschung erstmal 1963 in Deutschland wieder (Aich, 1963), und wird insbesondere seit den 2000er Jahren vermehrt verwendet, zum Beispiel bei Eggers, Kilomba, Piesche und Arndt (2023).


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