Die soziale Arbeit mit Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung ist häufig mit hohen emotionalen, organisatorischen und fachlichen Anforderungen verbunden. Begrenzte Ressourcen, institutionelle Rahmenbedingungen sowie sprachliche und interkulturelle Barrieren erschweren dabei oft eine bedarfsgerechte Unterstützung. Fachkräfte bewegen sich im Spannungsfeld zwischen ihrem professionellen Anspruch, den Bedürfnissen der Klientinnen und Klienten sowie den bestehenden strukturellen Grenzen. Die Belastung entsteht dabei nicht durch die Menschen selbst, sondern durch die Bedingungen, unter denen Unterstützung geleistet wird.
Der Workshop verbindet die kritische Reflexion dieser Rahmenbedingungen mit einem Fokus auf Selbstfürsorge und Resilienz. Thematisiert werden unter anderem die Bedeutung von Resilienz im beruflichen Kontext, mögliche Formen sekundärer Traumatisierung sowie das Erkennen eigener Belastungsgrenzen. Darüber hinaus werden praxisnahe Strategien für einen professionellen Umgang mit emotional herausfordernden Situationen, bewusste Abgrenzung ohne Verlust von Empathie sowie stabilisierende Routinen und individuelle Formen der Selbstfürsorge erarbeitet. Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung eines persönlichen „Praxiskoffers“ mit alltagstauglichen Strategien zur langfristigen Unterstützung. Zudem bietet der Workshop Raum für kollegialen Austausch, gemeinsame Reflexion und gegenseitige Stärkung. Ziel ist es, Fachkräfte in ihrer Handlungsfähigkeit und Stabilität zu unterstützen und gleichzeitig eine systemkritische Perspektive auf die Arbeitsbedingungen zu fördern.
Die Schulung richtet sich an Mitarbeitende, die mit geflüchteten Menschen arbeiten – etwa in Unterkünften, Beratungsstellen oder anderen Unterstützungsstrukturen.