Geflüchtete Menschen sind aufgrund ihrer Fluchtgeschichten und der Herausforderungen in ihrer aktuellen Lebenslage besonders mit der Bewältigung schwieriger Situationen konfrontiert. Diese können Risikofaktoren für die Entstehung von unangemessenen Aggressionen und von Gewalt sein. Neben den Risikofaktoren werden auch bestehende Schutzfaktoren in den Blick genommen. Die Akzeptanz von gewalttätigem Verhalten hängt zudem von kulturellen Normen, sowie der Situationsangemessenheit des Verhaltens ab.
Im Umgang mit Aggressionen ist das Ziel zunächst, die Entstehung von Aggressionen an sich zu verhindern bzw. potenziell aggressionsauslösende Situationen zu vermindern. Erste deeskalierende Strategien umfassen Möglichkeiten der verbalen Deeskalation sowie körpersprachliche Techniken, aber auch polizeiliche und rechtliche Interventionsmöglichkeiten sind mitunter notwendig.
Im Umgang mit eskalierender Gewalt ist ein abgestimmtes Vorgehen innerhalb der Einrichtung, beispielsweise in Form eines Stufenplans, sinnvoll. Ein weiteres sinnvolles Instrument sind Notfallpläne, die notwendige Handlungsschritte bei Eintreten eines Notfalls beschreiben.
In der Fortbildung wird das Augenmerk sowohl auf Aggressionen und Gewalt unter Bewohnerinnen und Bewohner als auch innerhalb von Partnerschaften gelegt. Um Bewohnerinnen und Bewohnern bei der Bewältigung von schwierigem Verhalten zu unterstützen und ihnen auch emotional beistehen zu können, ist die eigene Psychohygiene in der alltäglichen Arbeitsgestaltung wichtig, denn nur wer gut für sich sorgt, kann gut für andere sorgen.
Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeitende in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften und Erstaufnahmeeinrichtungen sowie in kommunalen Behörden und Landesbehörden und Beratungsangeboten für geflüchtete Menschen.