Ältere Menschen mit Migrationsgeschichte stoßen beim Zugang zu Gesundheits-, Pflege- und Sozialleistungen häufig auf erhebliche Hürden: Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und mangelnde Kenntnisse der deutschen Versorgungssysteme erschweren ihnen ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Quartier. Das Modellprojekt „YARDIM – Interkulturelle Gesundheits- und Integrationslotsinnen und -lotsen für ältere Menschen mit Migrationsgeschichte“ will diese Versorgungslücke schließen. Ziel ist es, durch kultursensible und mehrsprachige Unterstützung die gesellschaftliche Teilhabe und das selbstbestimmte Leben älterer Menschen mit Migrationsgeschichte im Quartier zu stärken.
Kern des Projekts ist ein Peer-to-Peer-Ansatz: Menschen mit eigener Migrationsbiografie werden aus den jeweiligen Communities gewonnen, qualifiziert und als interkulturelle Lotsinnen und Lotsen eingesetzt. Sie begleiten Seniorinnen und Senioren zu Arztterminen und Behördengängen, unterstützen bei der Beantragung von Pflegeleistungen, führen Hausbesuche durch und vermitteln in bestehende Angebote. Ergänzt wird dies durch Gruppenangebote wie Gesundheitsworkshops, Begegnungscafés und digitale Sprechstunden. Das Angebot ist dauerhaft kostenlos und mehrsprachig.
Das Modellprojekt wird in Hamburg in ausgewählten Quartieren in Lohbrügge und Bergedorf-West umgesetzt. Die Projektlaufzeit ist von März 2026 bis Februar 2029 angesetzt. Die Finanzierung erfolgt aus dem „Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere“ der Behörde für Stadtentwicklung und WohnenHamburg sowie durch das Bezirksamt Bergedorf und Sprungbrett e. V.