Das Projekt SIMPLE – „Sprache öffnet Türen“ zur mehrdimensionalen Implementierung von Sprachmittlung im Gesundheitswesen startete im August 2024 mit einer Laufzeit bis Juni 2026. In diesem Zeitraum sollen exemplarisch Sprachmittlungsangebote in sprechintensiven medizinischen Fachdisziplinen und Settings implementiert und evaluiert werden.
Im Rahmen einer Machbarkeits- und Implementierungsstudie werden Mitarbeitende verschiedener medizinischer Fachdisziplinen (u. a. Psychotherapie/Psychiatrie, Hämatologie/Onkologie, Pädiatrie, Notfallmedizin) nach ihren Erfahrungen mit und Erwartungen an Sprachmittlung im Gesundheitswesen befragt. Teilnehmende der Studie erhalten ein Fortbildungsangebot zum Thema „Arbeiten mit Sprachmittlung in der medizinischen Behandlung“ und können im Verlauf ihrer Studienteilnahme kostenfrei Sprachmittlung nutzen. Um zu erfahren, wie und wann sie welches Sprachmittlungsangebot (Vor-Ort; Telefon terminiert; Telefon ad-hoc 24/7) genutzt haben und welchen Einfluss das auf die Behandlung hatte, folgt abschließend ein weiteres Interview. Im Sinne einer umfassenden Evaluation werden darüber hinaus Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern von Interessengruppen aus dem öffentlichen Gesundheitswesen und der Verwaltung geführt.
Ziel der Studie ist die Weiterentwicklung von Strategien und Maßnahmen zur systematischen und bedarfsgerechten Implementierung von Sprachmittlung in die medizinischen Versorgungsstrukturen.
Konkret sollen im Rahmen der Studie praxistaugliche Vorschläge erarbeitet werden, wie eine gut verankerte und nachhaltig finanzierte Sprachmittlung aussehen könnte, um langfristig eine barrierearme Gesundheitsversorgung für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Als erste Zwischenergebnisse liegen eine Matrix für die Implementierung von Sprachmittlung und ein indikationsbasierter Leitfaden für die modulare Nutzung von Sprachmittlung vor.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert.