Die Hochschule Landshut (HS Landshut) und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW Kiel) führen ein dreijähriges Verbundprojekt zur Zusammenarbeit und zu Arbeitsbedingungen in der Altenpflege im ländlichen Raum durch. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Diskriminierung abgebaut und solidarische Zusammenarbeit in Pflegeteams gestärkt werden kann.
Ausgangspunkt ist der zunehmende Fachkräftemangel, der insbesondere ländliche Regionen betrifft. Gleichzeitig stabilisieren migrantische Pflegekräfte die Versorgung, sind jedoch häufig von Diskriminierung und eingeschränkter Mitbestimmung betroffen. Das Projekt „Altenpflege in der Migrationsgesellschaft: Zusammenhalt und Perspektiven guter (Zusammen-)Arbeit (ZuPer)“ untersucht daher, unter welchen Bedingungen eine diskriminierungsarme und partizipative Arbeitskultur entstehen kann.
Im Fokus stehen strukturelle Ausschlussmechanismen sowie Fragen der Mitbestimmung und Arbeitsorganisation. Das Projekt konzentriert sich auf zwei Regionen: den Landkreis Görlitz in Sachsen und den Werra-Meißner-Kreis in Hessen. In beiden Regionen ist das Durchschnittsalter im jeweiligen Bundesland am höchsten; beide Regionen sind von einer anhaltenden Abwanderung junger Arbeitskräfte betroffen. Der Ost-West-Vergleich erlaubt es den Forschenden, historisch gewachsene Unterschiede in Demokratie- und Migrationspraxen zu berücksichtigen.
Ziel ist es, praxisnahe Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Dazu wird ein interaktiver „GemeinsamSolidarisch-Wegweiser“ erarbeitet, der Pflegeeinrichtungen Orientierung für eine faire und inklusive Zusammenarbeit bieten soll. Entwickelt wird er in enger Kooperation mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Ergänzt durch Publikationen, wissenschaftliche Vorträge, Workshops und Schulungsformate soll der Wegweiser nicht nur für Pflegeeinrichtungen, sondern auch für Ausbildungsprogramme und andere migrantisch geprägte Arbeitsfelder nutzbar sein.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und läuft von April 2026 bis März 2029.