Diskriminierung ist ein zentrales gesellschaftliches Problem. Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, haben keinen gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen, geringere Chancen, können schlechter am gesellschaftlichen Leben teilhaben und leiden unter weitreichenden sozialen und gesundheitlichen Folgen. Daten zu subjektiven Diskriminierungserfahrungen zu erheben ist wichtig, um unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen sichtbar zu machen, um diskriminierungsbezogene Dynamiken besser zu verstehen und gesellschaftlichen sowie politischen Handlungsbedarf gezielt zu identifizieren.
Auf Initiative der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) in den Jahren 2016 und 2020 Fragen zu subjektiven Diskriminierungserfahrungen in der Innovationsstichprobe getestet, um so die Datenlage für eine Diskriminierungsberichterstattung zu verbessern und ein Monitoring für Deutschland zu ermöglichen. Folgende Fragen stehen hierbei im Fokus:
- Häufigkeit von Diskriminierungserfahrungen: Wie viele Menschen haben in einem Zeitraum von zwölf Monaten Diskriminierungserfahrungen gemacht und in welchen Lebensbereichen?
- Gruppenvergleiche und mehrdimensionale Diskriminierung: Wegen welcher Diskriminierungsmerkmale sind Menschen in einem Zeitraum von zwölf Monaten diskriminiert worden? Welche Unterschiede gibt es in den Diskriminierungserfahrungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen? Wer hat ein erhöhtes Risiko, aufgrund mehrerer Diskriminierungsmerkmale diskriminiert zu werden?
- Reaktionen auf Diskriminierungserfahrungen: Wie reagieren Menschen auf Diskriminierungserfahrungen?
- Folgen von Diskriminierung: Wie hängen Diskriminierungserfahrungen mit Gesundheit, Lebenszufriedenheit und weiteren Aspekten von Wohlbefinden zusammen?
Der Bericht stellt die Datengrundlage vor und präsentiert Auswertungsergebnisse. Abschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst, darauf aufbauend Handlungsempfehlungen formuliert und bestehender Forschungsbedarf aufgezeigt.