Die Erfahrungen der vergangenen Jahre verdeutlichen, wie eng psychische Gesundheit und die medizinisch-psychiatrische sowie psychotherapeutische Versorgung mit politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft sind. Der Bericht enthält eine differenzierte Analyse der verschiedenen Gruppen der Geflüchteten, wobei die relevanten Faktoren systematisch – sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit und Heterogenität – berücksichtigt werden. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die gruppenspezifischen Unterschiede gelegt, etwa im Hinblick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen und/oder die traumabezogenen Einflussfaktoren, die von grundlegender Bedeutung für die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen und für die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung sind.
Anhand aktueller Daten und Fakten spiegelt der Bericht die konkrete Versorgungssituation wider. Er zeigt nicht nur die wachsende Belastung, mit der das bestehende Versorgungssystem auf den unterschiedlichen Ebenen konfrontiert ist, sondern auch, wie diese Entwicklung das Gesamtsystem beansprucht. Damit wird sichtbar, in welchem Ausmaß Kapazitäten ausgeschöpft sind, strukturelle Engpässe fortbestehen und sich Versorgungsdefizite trotz steigender Fachzahlen verschärfen. Besonders deutlich wird dies in den aktualisierten Kennzahlen zu Wartezeiten, Auslastung und vorhandenen Ressourcen, die ein präzises Bild der aktuellen Lage zeichnen.
Mit diesem Bericht soll die Problematik der aktuellen Versorgungslage nicht abstrakt, sondern in konkreten und messbaren Dimensionen dargestellt werden. Ziel ist es, die dramatische Realität der gegenwärtigen Versorgungssituation sichtbar zu machen und einen fundierten Beitrag zu den notwendigen politischen und fachlichen Debatten zu leisten.