Die weibliche Genitalverstümmelung, englisch female genital mutilation (FGM), ist eine besonders schwere Form geschlechtsspezifischer Gewalt, von der nach Schätzungen von UNICEF im Jahr 2024 mindestens 230 Millionen Mädchen und Frauen weltweit betroffen waren. Sie wird nach aktueller Datenlage in 94 Ländern weltweit praktiziert.
Auf den Daten von 31 Ländern basieren die hier vorliegenden Schätzungen der von weiblicher Genitalverstümmelung betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen in Deutschland. Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Europäische Kommission verurteilen weibliche Genitalverstümmelung als Gewalt gegen Frauen und Mädchen und fordern ihre jeweiligen Vertrags- und Mitgliedsstaaten dazu auf, Daten über die Prävalenz von weiblicher Genitalverstümmelung in ihren Ländern zu erheben und geeignete Maßnahmen zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung zu ergreifen.
Eine erstmalige umfassende Schätzung der Anzahl der von weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland betroffenen und gefährdeten Frauen und Mädchen wurde im Jahr 2017 für das damalige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vorgenommen. Mit dem vorliegenden Bericht wird diese Aktualisierung für den Datenstand 31.12.2024 vorgenommen. Aktuelle Prävalenzzahlen sind die Voraussetzung, um einen Überblick über die Situation in Deutschland zu erlangen. Sie tragen dazu bei, dass geeignete Maßnahmen an einer fundierten Datenbasis ausgerichtet werden können.