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Torsten Lauer

Körperliche Aktivität kann Folgen von Kindheitstrauma abmildern

Schwerpunktthemen: Forschung, Psychische Gesundheit, Trauma

Eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (zi) zeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivität dazu beitragen könnte, die neurobiologischen Folgen belastender Kindheitserfahrungen abzuschwächen. Untersucht wurden 75 Erwachsene mit belastenden Kindheitserfahrungen. Mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (MRT) analysierten die Forschenden die Vernetzung stress- und emotionsrelevanter Hirnregionen. Dabei zeigte sich: Geringe körperliche Aktivität war mit einer schlechteren Vernetzung dieser Hirnregionen verbunden, während regelmäßige Bewegung mit einer günstigeren Vernetzung einherging. Besonders deutlich waren die Zusammenhänge bei einem Bewegungsumfang entsprechend der Empfehlungen der World Health Organization (WHO) von etwa 150 bis 300 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass körperliche Aktivität mit einer besseren Stressverarbeitung und größerer psychischer Widerstandskraft verbunden sein könnte. Die Studie liefert zudem Hinweise darauf, dass auch Hirnregionen wie das Kleinhirn, das bislang vor allem mit Bewegungssteuerung in Verbindung gebracht wurde, eine Rolle bei emotionalen und stressbezogenen Prozessen spielen könnten. Die Forschenden sehen in körperlicher Aktivität einen alltagsnahen und niedrigschwelligen Ansatz für Prävention und Behandlung psychischer Belastungen. Weitere Studien sollen nun untersuchen, wie sich die Erkenntnisse gezielt in die Versorgungspraxis übertragen lassen.

Die Studie ist auf Englisch verfügbar.

Online verfügbar:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2451902226000248?via%3Dihub

Zitation:
Zehirlioglu, L., Nkrumah, R., Demirakca, T., Ende, G. & Schmahl, C. (2026). Lifetime Physical Activity Moderates the Neural Effects of Childhood Adversity on Resting-State Functional Connectivity. Biological Psychiatry Cognitive Neuroscience And Neuroimaging. https://doi.org/10.1016/j.bpsc.2026.01.006

Kontakt:
Lemye Zehirlioglu
lemye.zehirlioglu(at)zi-mannheim.de 


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