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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) (Hrsg.)

Hamburger Erklärung zur mehrsprachigen Gesundheitsversorgung

Schwerpunktthemen: Gesundheitskommunikation, Gesundheitsversorgung, Sprachmittlung

Sprachliche Vielfalt ist zu einem prägenden Merkmal der heutigen Gesundheitssysteme weltweit geworden. Gesundheitsdienste versorgen zunehmend Patientinnen und Patienten, die keine gemeinsame Sprache mit ihren Gesundheitsdienstleistern sprechen. Im globalen Gesundheitswesen, wo Diagnose, Risikobewertung, therapeutische Allianz, informierte Einwilligung und Therapieadhärenz stark von verbaler Kommunikation abhängen, stellen Sprachbarrieren eine große klinische, ethische und organisatorische Herausforderung dar. In der Hamburger Erklärung wird die mehrsprachige Kommunikation als zentraler Bestandteil der professionellen Gesundheitsversorgung und nicht als Ausnahmefall anerkannt.

Die in dieser Erklärung zusammengefassten Erkenntnisse belegen, dass Sprachbarrieren mit einem eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung, einer geringeren Therapieadhärenz, Kommunikationsfehlern, Unzufriedenheit der Patientinnen und Patienten, Fehldiagnosen, vermeidbaren unerwünschten Ereignissen und schlechteren klinischen Ergebnissen einhergehen. Diese Risiken sind besonders ausgeprägt in der psychosozialen Gesundheitsversorgung, in der die Kommunikation ein zentrales diagnostisches und therapeutisches Instrument darstellt.

Die Hamburger Erklärung richtet sich an alle Akteure im Gesundheitswesen weltweit, die direkt oder indirekt an der Versorgung von Patientinnen und Patienten beteiligt sind, sowie an Akteurinnen und Akteure, die die allgemeinen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens mitgestalten, darunter auch diejenigen, die in den Bereichen Management, Gesundheitspolitik und Forschung tätig sind.

Die Hamburger Erklärung basiert auf den Ergebnissen eines interdisziplinären und internationalen Forschungsprojekts zum Thema „Mehrsprachigkeit bei der Bereitstellung einer hochwertigen psychischen Gesundheitsversorgung für Migranten - Bedürfnisse, Ressourcen und Praktiken“ (MiM2M). Die Erklärung wurde von allen Mitgliedern des Forschungsprojekts erarbeitet.

Die Erklärung ist in mehreren Sprachen verfügbar, u. a. Afrikaans, Chichewa, Englisch, Französisch (afrikanisch), Deutsch, isiNdebele, isiXhosa, isiZulu, Kinyarwanda, Kirundi, Lingala, Rumänisch, Sepedi, Sesotho, Seswana, Shona, Gebärdensprache (engl.).

Online verfügbar:
https://www.mim2m.net/declaration

Zitation:
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) (Hrsg.) (2026). Hamburger Erklärung zur mehrsprachigen Gesundheitsversorgung. https://www.mim2m.net/_files/ugd/54466a_ebf0925b0dad4971823494866a1f3134.pdf

Kontakt:
Annika Kreienbrinck
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
info(at)mim2m.net


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