Diese kumulative Dissertation untersucht die gesundheitsbezogene Lebensqualität geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland aus einer salutogenetischen Perspektive. Im Fokus stehen die Bedeutung von psychosozialen Ressourcen, mit besonderem Fokus auf religiöser Identität, sowie von Postmigrationsstressoren. Es wird die Annahme zugrunde gelegt, dass eine ganzheitliche Betrachtung von Gesundheit über die reine Erfassung psychischer Symptombelastung hinausgehen muss. Zu den zahlreichen Belastungen zählen nicht nur allgemeine Entwicklungsaufgaben sowie kritische und traumatische Ereignisse und weitere Herausforderungen vor und während der Flucht, sogenannte Prä- und Perimigrationsstressoren, sondern insbesondere auch sprachliche, finanzielle, sozialstrukturelle und akkulturative Herausforderungen, welche im Aufnahmeland nach der Flucht erlebt werden, sogenannte Postmigrationsstressoren. Psychosoziale Ressourcen werden hierbei als potenziell modifizierbare Einflussfaktoren verstanden, die Kindern und Jugendlichen dabei helfen können, Stressoren zu bewältigen und sich positiv zu entwickeln.
Die Dissertation bündelt drei empirische Manuskripte, die von einem breiten Gruppenvergleich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und psychosozialen Ressourcen zwischen geflüchteten und nicht-geflüchteten Kindern und Jugendlichen (Manuskript 1), über spezifische Mediationsanalysen zur Analyse der Bedeutung der religiösen Identität für die gesundheitsbezogene Lebensqualität geflüchteter Kinder und Jugendlicher (Manuskript 2), bis hin zu einer längsschnittlichen Untersuchung der Entwicklung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität geflüchteter Kinder und Jugendlicher und zeitvariablem Postmigrationsstress (Manuskript 3) reichen.