Hintergrund
Die häusliche Pflege von Menschen mit Demenz stellt Angehörige vor große Herausforderungen, besonders in Familien mit Migrationsgeschichte. Bisherige Studien basieren überwiegend auf Interviews und Befragungen, die durch Scham und soziale Erwünschtheit verzerrt sein können. In den sozialen Medien hingegen äußern sich Pflegende oft spontaner und weniger gefiltert, was potenziell neue Einblicke in ihre Lebensrealität eröffnet.
Ziele
Ziel ist es, Social-Media-Beiträge türkeistämmiger pflegender Angehöriger im Hinblick auf Erfahrungen im Kontext häuslicher Pflege zu untersuchen.
Methodik
Es wurden 123 Beiträge aus Instagram, Facebook, TikTok, YouTube und Online-Foren mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.
Ergebnisse
Drei zentrale Themenbereiche wurden erfasst: psychische und physische Belastungen, Kritik am Gesundheitssystem und Umgang mit der Pflege.
Diskussion
Soziale Medien bieten Austausch und Unterstützung für pflegende Angehörige, während strukturelle Defizite, fehlende kultursensible Angebote und bürokratische Hürden die Pflege erschweren. Die häufig kulturell verankerte Verantwortung zur Familienpflege kann zugleich Überlastung und Ressource sein. Künftige Maßnahmen sollten strukturelle Verbesserungen und diversitätssensible Unterstützungsangebote fördern.