Gesundheitliche Chancengleichheit hat in der Bewegungs- und Gesundheitsförderung zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist sowohl international als auch in Deutschland als wichtiges Ziel verankert. Da soziale Ungleichheiten und Mehrfachbenachteiligungen das Bewegungsverhalten beeinflussen, sollten Bevölkerungsgruppen mit besonderen Zugangsbarrieren, darunter Menschen mit Migrationsgeschichte, bei der Bewegungsförderung verstärkt berücksichtigt werden. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Bewegung und Bewegungsförderung bei Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland.
Repräsentative Daten zeigen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte seltener körperlich aktiv sind als Menschen ohne Migrationsgeschichte. Als zentrale Barrieren werden fehlende finanzielle Ressourcen, Sprachbarrieren, eingeschränkte Bewegungsgelegenheiten und kulturelle Faktoren berichtet. Dabei können sich verschiedene soziale Benachteiligungen, etwa aufgrund von Geschlecht, sozioökonomischer Lage und Migrationsgeschichte, überschneiden und Zugangsbarrieren verstärken. Am Beispiel des Projekts „Bewegung als Investition in Gesundheit“ (BIG) wird dargestellt, wie durch partizipativ entwickelte und zielgruppengerechte Angebote insbesondere Frauen mit Migrationsgeschichte erreicht werden können.
Für eine chancengerechte Bewegungsförderung sind neben partizipativen und zielgruppengerechten Angeboten auch strukturelle Rahmenbedingungen erforderlich, die den Zugang zu Bewegungsmöglichkeiten erleichtern. Die nachhaltige Implementierung und Skalierung entsprechender Maßnahmen können dazu beitragen, Zugangsbarrieren abzubauen und gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern.