Hintergrund
Die digitale Transformation ist für die Entwicklung der Gesundheitsförderung und Prävention nicht folgenlos geblieben. Internetbasierte Informations- und Kommunikationstechnologien prägen heute den Alltag von Menschen und eröffnen neue Möglichkeiten zur Förderung von Gesundheit, zur Prävention von Krankheiten sowie zur Unterstützung gesundheitsbezogener Entscheidungen.
Ziel und Methode
Der Beitrag verfolgt das Ziel, die Entwicklungslinien der digitalen Gesundheitsförderung und Prävention nachzuzeichnen und Herausforderungen zu skizzieren. Auf Basis einer narrativen Literatursichtung erfolgt eine konzeptionelle Einordnung digitaler Gesundheitsförderung im Kontext von „Digital Public Health“ sowie eine Einordnung digitaler Anwendungen entlang der fünf Handlungsfelder der Ottawa-Charta.
Ergebnisse
Bisher lässt sich eine starke Ausrichtung digitaler Gesundheitsförderung auf individuelle Verhaltens- und Kompetenzansätze erkennen. Digitale Anwendungen zur Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen, gesundheitsförderlicher Lebenswelten, einer Neuorientierung der Gesundheitsdienste sowie einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik sind hingegen weniger entwickelt.
Schlussfolgerung
Digitale Gesundheitsförderung sollte künftig stärker über individualisierte Informations- und Verhaltensangebote hinausgehen und verstärkt strukturelle, lebensweltbezogene und politikfeldübergreifende Ansätze adressieren. Hierfür bedarf es neben einem einheitlichen Ordnungsrahmen einer Balancierung von Chancen und Risiken digitaler Lösungen.