Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) betont in ihrem Positionspapier: Nachhaltige Gewaltprävention ist möglich – vorausgesetzt, die Versorgungsstrukturen werden gezielt gestärkt. Zentrale Ansatzpunkte sind eine regional vernetzte Versorgung, frühzeitige Diagnostik, leitliniengerechte Behandlung sowie sozialräumliche Unterstützung.
Die Empfehlungen knüpfen an das Positionspapier zur Prävention von Gewalttaten an und stellen klar: Gewaltprävention gelingt primär durch Behandlung und Teilhabe – nicht durch einseitige sicherheitspolitische Verschärfungen. Gleichzeitig weist die DGPPN darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht gewalttätig ist, auch wenn komplexe Zusammenhänge bestehen.
Die DGPPN plädiert für einen gesundheits- und versorgungsorientierten Ansatz. Ziel ist es, Prävention durch passgenaue Hilfen, kontinuierliche Betreuung und die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe zu stärken. Zwangsmaßnahmen und öffentlich-rechtliche Unterbringung sollen dabei weiterhin nur als ultima ratio eingesetzt werden.