Trans* Personen stehen bei der Inanspruchnahme von gesundheitlichen Versorgungsleistungen häufig vor besonderen Herausforderungen, die von der Behandlung und Therapie von Geschlechtsdysphorie über psychische Probleme bis hin zu gesundheitlichen Belangen im Zusammenhang mit einer Geschlechtsangleichung reichen und je nach Lebensphase unterschiedlich sein können. Ambulante Versorgerinnen und Versorger spielen eine zentrale Rolle bei der Behandlung und Bewältigung vieler dieser gesundheitlichen Probleme. Während es international Belege für Mängel in der Versorgung und Zugangsbarrieren von trans* Personen gibt, ist über die Situation und die Erfahrungen von trans* Personen in und mit der deutschen Primärversorgung wenig bekannt.
Außer trans* Personen werden in die Studie auch ihnen nahestehende Personen sowie Versorgende aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens eingeschlossen. Sie alle werden in Interviews und teilweise auch in einer Online-Befragung nach ihren Erfahrungen, Bedürfnissen und Erwartungen hinsichtlich der medizinischen Versorgung befragt. Bei dem Projekt arbeitet das Forschungsteam mit trans* Personen und Versorgenden zusammen, die das gesamte Projekt begleiten und mitgestalten. Der Schwerpunkt der Studie liegt auf der ambulanten Betreuung.
Ziele des Projekts
- Erfassung von versorgungsbezogenen Erfahrungen, Bedürfnissen und Erwartungen von trans* Personen
- Identifikation der Inanspruchnahme von spezifischen Versorgungsleistungen durch trans* Personen sowie von Behandlungspfaden
- Erfassung von Erfahrungen von Hausärztinnen und Hausärzten, Kinderärztinnen und Kinderärzten sowie Fachärztinnen und Fachärzten für Geburtshilfe/Gynäkologie bei der Versorgung von trans* Personen
- Erfassung von versorgungsbezogenen Erfahrungen, Bedürfnissen und Erwartungen von Angehörigen und nahestehenden Menschen von trans* Personen
- Identifizierung von Lücken in medizinischen Lehrplänen hinsichtlich der Versorgung von trans* Personen
Aus den Ergebnissen des Projekts wollen die Forschenden konkrete Handlungsempfehlungen ableiten und Leitlinien für Versorgende entwickeln.
Das Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln des Programms „zukunft.niedersachsen“ vom 01.10.2025 bis 30.09.2029 gefördert.