Zwar ist der Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass Alkohol für einen relevanten Teil der Jugendlichen weiterhin eine Rolle spielt. Eine Studie der Stiftung Gesundheitswissen zeigt: Rund 20 Prozent der 12- bis 17-Jährigen trinken mindestens einmal pro Woche Alkohol. Bei 12,7 Prozent der Befragten wurde das Trinkverhalten als problematisch eingestuft.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen: Jungen wiesen der Erhebung zufolge häufiger ein problematisches Trinkverhalten auf als Mädchen (15,9 Prozent gegenüber 9,1 Prozent). Auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund lag der Anteil höher als bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund (16,9 Prozent gegenüber 12,0 Prozent). Besonders deutlich waren die Unterschiede nach Alter: Bei den 16- bis 17-Jährigen berichteten 21,9 Prozent von problematischem Konsum, bei den 14- bis 15-Jährigen waren es 11,6 Prozent und bei den 12- bis 13-Jährigen 5,0 Prozent. Kein signifikanter Zusammenhang zeigte sich hingegen mit der besuchten Schulform oder der Gesundheitskompetenz der Jugendlichen.
Die Ergebnisse beruhen auf der Studie „Problematic Alcohol Use Among Adolescents in Germany: Representative Cross-Sectional Study“, die 2026 im Fachjournal JMIR Public Health and Surveillance erschienen ist. Für die bundesweite Querschnittsstudie wurden 2.006 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren in Deutschland befragt, teils online, teils in persönlichen Interviews. Problematisches Trinkverhalten wurde mit der deutschen Version des etablierten CRAFFT-Screenings erfasst. Zudem wurden soziodemografische Angaben, die wöchentliche Trinkhäufigkeit und die Gesundheitskompetenz der Teilnehmenden erhoben. Zur Anpassung der Stichprobe wurden die Daten nach zentralen soziodemografischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht und besuchter Schulform gewichtet.
Die Studie ist auf Englisch verfügbar.