Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) begrüßt das Positionspapier des Wissenschaftsrats „Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft“ vom Januar 2026 als wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung von Prävention in Deutschland. In ihrer aktuellen Stellungnahme greift die BVPG zentrale Empfehlungen auf und ergänzt diese um Perspektiven für eine nachhaltige und wirksame Ausrichtung von Prävention und Gesundheitsförderung.
Aus Sicht der BVPG sind dabei zwei Aspekte zentral: Prävention braucht einen grundlegenden Kulturwandel: Gesundheit darf nicht erst dort zum Thema werden, wo Krankheit entsteht oder sichtbar wird. Sie muss als Ressource verstanden werden, die in allen Lebensbereichen gestaltet und gestärkt werden kann: vom Aufwachsen über Bildung und Arbeit bis ins Alter. Dazu gehört auch, Forschung und Förderung stärker darauf auszurichten, was Menschen gesund hält. Gleichzeitig ist Prävention eine politische und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In Vereinen, Selbsthilfeorganisationen, Bildungsinitiativen, kommunalen Netzwerken, Nachbarschafts- und generationsübergreifenden Initiativen entstehen täglich gesundheitsförderliche Strukturen – oft jenseits des vergüteten Versorgungssystems, aber mit hoher Wirksamkeit im Alltag. Ein wesentlicher Teil wird durch ehrenamtliches Engagement bereits heute getragen. Diese Beiträge sind für Prävention zentral, werden bislang jedoch weder systematisch in Strategien einbezogen noch ausreichend strukturell abgesichert.
Um die im Positionspapier des Wissenschaftsrats angestoßenen Impulse wirksam weiterzuentwickeln, plädiert die BVPG dafür, über einzelne Maßnahmen hinauszugehen. Aus ihrer Sicht braucht es eine gemeinsame Verständigung darüber, wie Gesundheit in Deutschland künftig gefördert und gestaltet werden soll: als politische und gesellschaftliche Aufgabe.