Eine aktuelle Studie zeigt, dass bewusster Abstand von digitalen Medien kurzzeitig die Stimmung verbessert – und warum Druck zur Abstinenz kontraproduktiv ist.
Wie wirkt es sich auf das Wohlbefinden aus, wenn man das Handy mal zur Seite legt oder auf digitale Medien verzichtet? Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) untersuchten diese Frage. Anders als viele Interventionsstudien, die den Verzicht genau vorschreiben, beobachteten die Forschenden, wie junge Menschen Digital Disconnection im Alltag bereits praktizieren und wie das ihr Wohlbefinden beeinflusst. 237 Personen (18–35 Jahre) wurden zwei Wochen lang mehrmals täglich zu ihrem Verhalten und Befinden befragt – insgesamt 12.407 Situationen. Erfasst wurden nicht nur vollständiger Verzicht auf Social Media, sondern auch kleinere Maßnahmen wie Stummschalten oder Flugmodus. Oft nutzten Teilnehmende trotz Digital Disconnection andere Medien, etwa Smartphone weglegen, aber Laptop nutzen. So fanden Mediennutzung und Disconnection oft gleichzeitig statt.
Die Stimmung verbesserte sich, jedoch nur leicht und für etwa zwei bis drei Stunden. Entscheidend war, ob der Verzicht freiwillig geschah. Die Studie liegt auf Englisch vor.