Obwohl Impfungen weltweit Millionen Menschenleben retten, bleibt auch in Deutschland ein Teil der Bevölkerung gegen einzelne oder mehrere impfpräventable Erkrankungen ungeimpft. Dies erhöht das Risiko für schwere Krankheitsverläufe und vermeidbare Todesfälle. Ziel des Forschungsprojekts IMPRESS (IMpfverhalten verstehen, PReparednESS steigern) ist, Gründe des (Nicht-)Impfens systematisch zu erfassen und so Aussagen darüber zu treffen, welche Barrieren und Treiber Impfungen erschweren oder erleichtern. Mithilfe der Daten können zudem Ansatzpunkte identifiziert werden, mit denen sich die Inanspruchnahme von Impfungen erhöhen lässt.
Die Datenerhebung erfolgt über das Panel „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts (RKI), das wiederholt die deutschsprachige Bevölkerung in Privathaushalten befragt und so Entwicklungen im Zeitverlauf abbildet. Die Online-Befragung zum Impfen findet jährlich im Herbst statt und berücksichtigt drei Personengruppen: die Allgemeinbevölkerung, Personen mit Impfempfehlung für Grippe und Eltern von Kindern unter sieben Jahren.
Die ersten Ergebnisse zeigen: Die Mehrheit der Befragten schätzt die Risiken von Infektionskrankheiten als hoch ein, sieht für eine Impfung nur geringe persönliche Hürden und lässt sich auch aus Verantwortungsgefühl gegenüber anderen Menschen impfen. Gleichzeitig überschätzen viele Menschen das Auftreten von Nebenwirkungen nach Impfungen, was das Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen beeinträchtigen kann. Außerdem bestehen Unsicherheiten bei gängigen Impfmythen – insbesondere bei Personen mit geringerer Gesundheitskompetenz.