Der erste „HPV-Atlas Deutschland 2026“ bündelt aktuelle Daten zu humanen Papillomviren (HPV), HPV-bedingten Krebserkrankungen und ihrer Prävention. Die vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe herausgegebene Publikation macht deutlich: Deutschland verfügt mit der HPV-Impfung über ein hochwirksames Instrument der Krebsprävention – schöpft dessen Potenzial bislang jedoch nicht ausreichend aus.
Der HPV-Atlas formuliert konkrete Empfehlungen für Deutschland. Die sechs vorgeschlagenen Strategien umfassen eine bundesweite evidenzbasierte HPV-Kommunikationsstrategie und ein digitales Einladungs- und Erinnerungssystem. Die HPV-Impfung soll systematisch mit den Vorsorgeuntersuchungen U10, U11 und J1 verknüpft und durch niedrigschwellige Angebote – etwa freiwillige schulische Impfprogramme und mobile Impfteams – leichter zugänglich werden. Darüber hinaus empfehlen die Autorinnen und Autoren eine politisch verbindliche nationale HPV-Präventionsstrategie sowie ein bundesweites digitales Impfregister mit elektronischem Impfpass.
Andere europäische Länder zeigen, dass solche Strukturen einen Unterschied machen können: Erfolgreiche Impfprogramme kombinieren unter anderem schulbasierte Angebote, systematische Einladungs- und Erinnerungssysteme sowie eine zuverlässige digitale Erfassung. Gerade bei diesen Strukturen weist Deutschland Verbesserungspotenzial auf.
Der HPV-Atlas Deutschland 2026 stellt erstmals aktuelle Daten zu HPV umfassend und anschaulich zusammen. Er reicht von biologischen Grundlagen und der Krankheitslast über die Früherkennung bis hin zu ökonomischen Aspekten und den Impfraten im europäischen Vergleich. Der besondere Schwerpunkt liegt auf erfolgversprechenden Präventionsstrategien und konkreten Handlungsempfehlungen für Deutschland. Der Atlas richtet sich sowohl an Politik und Gesundheitswesen als auch an Medienschaffende und die interessierte Öffentlichkeit.