Ausgangslage
Die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt mit „persönliche Kompetenzen entwickeln“ und „Gesundheitsdienste neu orientieren“ zwei zentrale Handlungsbereiche, die auf den ersten Blick unterschiedliche Ebenen adressieren – Individuum vs. System. Genau hier setzt das Konzept der Gesundheitskompetenz (GK) an, das individuelles Wissen und Navigationsfähigkeit ebenso umfasst wie die organisationale Verantwortung.
Setting-Ansatz und organisationale Umsetzung
Der Setting-Ansatz der WHO übersetzt diese Anliegen in einen strategischen Rahmen für Lebenswelten wie Schulen, Betriebe, Krankenhäuser und Kommunen. Beide Perspektiven – Ottawa-Charta und daraus resultierender Setting-Ansatz – bleiben jedoch unvollständig, solange sie keine konkreten Werkzeuge für die organisationale Umsetzung bereitstellen. Die organisationale Gesundheitskompetenz (OGK) schließt diese Lücke, indem sie fokussiert, wie Gesundheitsdienste sowie Bildungs- und Sozialeinrichtungen neu ausgerichtet und persönliche Kompetenzen durch responsive Strukturen wirksam gemacht werden können. OGK fungiert damit als Synergieknotenpunkt, der individuelle und strukturelle Maßnahmen im Bereich Public Health, Prävention und Gesundheitsförderung integriert und einen Weg bestreitet, der bereits in der Ottawa-Charta skizziert wurde.
Perspektive in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH)
Was die drei deutschsprachigen Länder der DACH-Region betrifft, kann Österreich mit seinen umfassenden Rahmenbedingungen, Gesundheitszielen und Empfehlungen als Best-practice-Beispiel angesehen werden. Diese werden in diesem Beitrag kurz vorgestellt, nachdem zunächst die Konzepte GK und OGK sowie deren Schnittstellen zur Ottawa-Charta erläutert wurden.