Hintergrund
Domänenspezifische Gesundheitskompetenzen (z. B. arbeits-, ernährungs- und bewegungsbezogen) sind wichtige Ressourcen für gesundheitsförderliches Verhalten und die Bewältigung beruflicher Anforderungen. Bei Beschäftigten liegen zu diesen Gesundheitskompetenzen nur wenige Erkenntnisse vor. Ziel der Studie war es, Zusammenhänge mit Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität zu untersuchen sowie Unterschiede nach Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status und Art der Tätigkeit zu analysieren.
Methode
In einer bundesweiten Querschnittsstudie wurden 1965 Beschäftigte zu allgemeiner, arbeitsbezogener, bewegungsbezogener und ernährungsbezogener Gesundheitskompetenz sowie zu Arbeitsfähigkeit und körperlicher bzw. psychischer Lebensqualität befragt. Die Auswertungen erfolgten mittels multipler linearer Regressions- und Varianzanalysen.
Ergebnisse
Höhere Ausprägungen der Gesundheitskompetenz waren überwiegend mit besserer Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität assoziiert. Die stärksten Zusammenhänge zeigten sich für die bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz. Jüngere Beschäftigte und Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status wiesen in nahezu allen Bereichen der Gesundheitskompetenz sowie in der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität ungünstigere Werte auf. Beschäftigte mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten berichteten beispielsweise über eine geringere Arbeitsfähigkeit und eine niedrigere körperliche Lebensqualität.
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung domänenspezifischer Gesundheitskompetenzen für arbeits- und gesundheitsbezogene Outcomes. Präventionsmaßnahmen sollten darauf abgestimmt domänenspezifische Gesundheitskompetenz insbesondere bei Beschäftigten mit niedrigem sozioökonomischem Status und körperlich anstrengenden Tätigkeiten adressieren.