Gesundheitsförderung steht vor der Herausforderung, in einem gesellschaftlichen Klima zunehmender Polarisierung, Desinformation, Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und populistischer Tendenzen handlungsfähig zu bleiben. Diese Entwicklungen stellen nicht nur demokratische Institutionen, sondern auch die Praxis der Gesundheitsförderung vor Herausforderungen. Werte wie gesellschaftlicher Zusammenhalt und Verständigung, Rechtsstaatlichkeit, Faktenorientierung, Teilhabe, Solidarität und Chancengleichheit, auf denen Gesundheitsförderung beruht, geraten unter Druck und werden zunehmend in Frage gestellt.
Die Auswirkungen sind vielfältig und reichen von der Instrumentalisierung gesundheitsförderlicher Aktivitäten über die Streichung von Fördermitteln, bis hin zu rechten Anfeindungen gesundheitsförderlicher Projekte und Einschüchterungen des Personals. Eine der zentralsten Herausforderungen für die Gesundheitsförderung ist jedoch, dass marginalisierte Personen zunehmend von Ausgrenzung bedroht sind und immer häufiger das Ziel direkter Angriffe werden.
Vor diesem Hintergrund diskutierte die Arbeitsgruppe „Gesundheitsförderung in Zeiten multipler Krisen“ des Zukunftsforums Public Health zunächst, wie Gesundheitsförderung vor rechten Angriffen geschützt werden kann. Dabei ging es sowohl um bereits bestehende Handlungsstrategien und Praxisbeispiele als auch um weiterführende Ansätze. Im Verlauf erweiterte sich die Diskussion auf das demokratieförderliche Potenzial und die Demokratieverpflichtung der Gesundheitsförderung. Das Papier fasst die Ergebnisse der Diskussion in der Arbeitsgruppe zusammen.
Das Diskussionspapier richtet sich an alle Akteurinnen und Akteure der Gesundheitsförderung. Es will zum Denken anregen, zum Diskutieren auffordern, Ideen und Impulse geben und vor allem zum Handeln motivieren.