Suizide und suizidale Krisen zählen zu den gravierendsten Herausforderungen für Gesundheitswesen, Gesellschaft und Politik. In vielen Fällen sind sie durch geeignete Maßnahmen beeinflussbar.
Das Empfehlungspapier richtet sich an die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Bund und Ländern. Ziel ist es, in Deutschland Strukturen zu etablieren, durch die Menschen in suizidalen Krisen frühzeitig erreicht, wirksam unterstützt und Leben geschützt werden – verlässlich, bundesweit und nachhaltig.
Dafür beschreibt das Papier zentrale, fachlich begründete Empfehlungen zur Suizidprävention in Deutschland. Es setzt dort an, wo Menschen in Krisen tatsächlich erreicht werden: niedrigschwellig, anonym, kompetent und jederzeit sowie verbindlich eingebettet in ein starkes Netz regionaler und gesundheitlicher Versorgung. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau einer bundesweit koordinierten und einheitlichen Rufnummer zur Suizidprävention, die Sicherung und Weiterentwicklung niedrigschwelliger Angebote, die Stärkung der medizinisch-psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung, eine bundesweite Datenbasis, Registerstrukturen, die Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung, eine bessere Unterstützung von Hinterbliebenen sowie An- und Zugehörigen, die Einrichtung einer Fachstelle des Bundes und die regelhafte Verankerung wirksamer Maßnahmen der Methodenrestriktion.
Diese Empfehlungen wurden unter Einbezug und mit der Expertise zentraler Akteurinnen und Akteure der Suizidprävention sowie der Palliativversorgung und Hospizarbeit erarbeitet und konsentiert – darunter die TelefonSeelsorge Deutschland e. V., die Malteser, der Deutsche Hospiz- und Palliativverband e. V. (DHPV), die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention e. V. (DGS), das Nationale Suizidpräventionsprogramm, die Deutsche Akademie für Suizidprävention e. V. (DASP) sowie der Deutsche Caritasverband e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. (DGP) sowie MANO Suizidprävention und das Werner-Felber-Institut e. V.