Einsamkeit kann dazu führen, dass Menschen nicht nur gesundheitliche Beeinträchtigungen erleiden, sondern dass auch die gesellschaftliche Ordnung, die politische Einflussnahme und damit auch die Selbstverständlichkeit einer demokratischen Grundordnung in Frage gestellt werden. Umso wichtiger ist es, die Herausforderungen, die Einsamkeit mit sich bringt, stärker in das öffentliche Bewusstsein zu bringen, präventive Maßnahmen einzuleiten und die Initiativen von öffentlicher Hand, Vereinen und Verbänden bekannter und für alle zugänglich zu machen.
Im Allgemeinen besteht die Aufgabe der Stadtentwicklung darin, Entwicklungen und Herausforderungen für Kommunen zu erkennen und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Jedoch ist, neben dem Identifizieren und Analysieren von Zukunftstrends oder der Thematisierung von urbanen Herausforderungen wie der Wohnraumversorgung, der Mobilität sowie sich verändernden Klima- und Umweltbedingungen im städtischen Raum, auch der komplexe Bereich der sozialen Stadtentwicklung, und hier u. a. das Thema Einsamkeit, eine wichtige Aufgabe. Ergänzt wird dies im Hinblick auf das Thema Einsamkeit durch quantitative Analysen von Indikatoren, die auf diese hindeuten können.
Diese Ausgabe von „Stadt im Blick“ soll neben der Darstellung der kommunalen Herausforderungen, die sich aus dem sich verstärkenden Gefühl der Einsamkeit ergeben, das Verständnis für das Thema vertiefen und für die Lebenslagen einsamer Menschen sowie für Möglichkeiten der Unterstützung sensibilisieren. Einsamkeit hat eine Vielzahl von Facetten, sowohl was ihre Entstehung betrifft, als auch ihre Auswirkungen auf die Betroffenen und auf die Gesellschaft. Dies wird vertiefend dargestellt und analysiert. Basierend hierauf wird herausgearbeitet, welche kommunalen Handlungserfordernisse und Verpflichtungen sich ergeben und mit welchen Partnerinnen und Partnern die Kommunen kooperieren können. Zudem wird beleuchtet, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um präventiv gegen die Entstehung von Einsamkeit vorzugehen und diese, dort wo sie bereits vorhanden ist, zu lindern.