Hintergrund
Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitssystem schreitet voran. Immer häufiger werden digitale Angebote in die psychische Gesundheitsversorgung einbezogen.
Fragestellung
Diese Fragebogenstudie untersucht die Einschätzung von Fachpersonal, welches in der psychischen Gesundheitsversorgung tätig ist, bezüglich Chancen und Herausforderungen digitaler Gesundheitsangebote. Dabei werden digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Nicht-DiGA (Apps und Webangebote ohne staatliche Regulierung und Rückerstattung durch Krankenkassen) berücksichtigt.
Methode
Die Onlineumfrage umfasste u. a. Likert-Skalen zur Bewertung des Therapieerfolgs, der Versorgungsqualität, des Arzt-Patienten-Verhältnisses sowie der Fortbildungsbereitschaft. Die quantitativen Fragen wurden durch Freitextkommentarfelder ergänzt.
Ergebnisse
Basierend auf 200 Teilnahmen zeigt die Analyse, dass die geringfügige Mehrheit keine digitalen Angebote in die Therapie einbezieht. Die Befragten gaben überwiegend an, dass digitale Angebote in der Prävention und Psychoedukation unterstützen können; ob sie jedoch den Anforderungen in weiteren Bereichen der Psychotherapie gerecht werden könnten, wurde meist als fraglich angesehen. Herausforderungen wurden größtenteils in den hohen Kosten und unzureichenden Informationsmöglichkeiten der Behandelnden gesehen. Zudem wurde das Risiko einer Verstärkung gesundheitlicher Ungleichheiten (u. a. durch unzureichende digitale Kompetenz) thematisiert.