Hintergrund
Allgemeine Gesundheitskompetenz (GK) umfasst themen- und kontextübergreifende Fähigkeiten, Motivation und Wissen im Umgang mit Gesundheitsinformationen. Geringe Gesundheitskompetenz ist mit höheren Versorgungsbedarfen und ungünstigem Gesundheitsverhalten assoziiert.
Methode
Mit Daten des Panels 2024 (n = 26.817) des Robert Koch-Institutes (RKI) soll ein aktueller Überblick über die Gesundheitskompetenz (GK) Erwachsener gegeben werden. Die Messung der Gesundheitskompetenz fand mit dem „Health Literacy Survey 2019“ (HLS19-Q12) statt. Die gewichteten Analysen erfolgten stratifiziert nach Geschlecht, Alter und Bildung.
Ergebnisse
81,3 % der Frauen und 81,0 % der Männer haben eine geringe Gesundheitskompetenz. Im Altersverlauf nimmt der Anteil der Frauen mit geringer Gesundheitskompetenz bis zur Altersgruppe der 65- bis 79-Jährigen tendenziell ab, während bei Männern dieser Trend derart nicht zu beobachten ist. Die Gruppe mit hoher Bildung weist bei beiden Geschlechtern den niedrigsten Anteil an geringer Gesundheitskompetenz auf.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse weisen auf erheblichen Handlungsbedarf zur Förderung von Gesundheitskompetenz hin. Diese sollte nicht primär an individuellen Fähigkeiten ansetzen, sondern Angebote und Strukturen sollten so gestaltet werden, dass gesundheitskompetentes Handeln ermöglicht wird.