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Lena M. Hofbauer, Juliane Tetzlaff, Alexander Pabst et al.

Demografischer Wandel und Gesundheit in Deutschland

Epidemiologie und Perspektiven für Versorgung und Public Health

Schwerpunktthemen: Gesundheitsförderung, Öffentliche Gesundheit, Prävention

Die demografische Alterung führt zu einem deutlichen Anstieg der Bevölkerung im Alter ab 65 Jahren, was wiederum mit einer zu erwartenden Zunahme chronischer Erkrankungen und Einschränkungen einhergeht. Um einer Überlastung des Gesundheitssystems entgegenzuwirken, ist es von zentraler Bedeutung, die Gesundheit von Menschen im erwerbsfähigen Alter (20–66 Jahre) als zukünftige ältere Erwachsene mit präventiven Maßnahmen zu unterstützen.

In einem narrativen Review wurden mittels selektiver Literaturrecherche aktuelle Erkenntnisse zu den zu erwartenden Auswirkungen des demografischen Wandels sowie Erkenntnisse zu präventiven Maßnahmen im erwerbsfähigen Alter zusammengetragen.

Zu den besonders zu berücksichtigenden Risikogruppen zählen, neben Älteren, Menschen mit Migrationsgeschichte, Männer mit niedrigem Bildungsstand und Frauen in ungelernter Tätigkeit oder mit doppelter Belastung durch Sorgearbeit. Der Arbeitsplatz kann den Zugang zu schwer erreichbaren Risikogruppen ermöglichen. Betriebsärztinnen und -ärzten kommt daher eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung zu den Möglichkeiten der Prävention zu. Dies umfasst Prävention auf primärer, sekundärer (z. B. Screenings) und tertiärer (z. B. Rehabilitation) Ebene. Prävention sollte dabei nicht als streng gesundheitsbezogene Maßnahme gesehen werden, sondern letztlich die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, inklusive Erwerbsarbeit, ermöglichen. Digitale Angebote sind eine vielversprechende Ergänzung des breiten Felds der Möglichkeiten. Der Zugang zu allen präventiven Maßnahmen muss niedrigschwellig gestaltet werden. Entscheidend für den präventiven Erfolg ist letztlich eine wohl koordinierte Behandlungskette. In einer begleitenden Funktion kann epidemiologische Forschung Herausforderungen erfassen, Risikofaktoren identifizieren sowie zur Evaluation von Präventionsmaßnahmen beitragen.

Prävention im erwerbsfähigen Alter stellt einen zentralen Hebel zur zukünftigen Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit dar. Epidemiologische Forschung ist essenziell zur Identifikation der Risikogruppen und Sicherstellung der Evidenzbasierung präventiver Maßnahmen.

Online verfügbar:
https://link.springer.com/article/10.1007/s11553-026-01332-w

Zitation: Hofbauer, L. M., Tetzlaff, J., Pabst, A., Hegewald, J., Fuchs, J., Jöckel, K., Leitzmann, M., Brzoska, P., Behrens, J., Burek, K. & Du Prel, J. (2026). Demografischer Wandel und Gesundheit in Deutschland. Prävention und Gesundheitsförderung. https://doi.org/10.1007/s11553-026-01332-w

Kontakt:
Jean-Baptist du Prel
duprel(at)uni-wuppertal.de


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