Fragestellung
Der DAK-Gesundheitsreport untersucht die gesundheitliche Lage junger Beschäftigter unter 30 Jahren. Dabei stehen der selbst eingeschätzte Gesundheitszustand, psychische Gesundheit und inner- sowie außerbetriebliche Belastungsfaktoren des Krankmeldeverhaltens im Fokus. Zudem wird die zeitliche Entwicklung anhand ambulant behandelter Diagnosen und Arbeitsunfähigkeitsdaten dargestellt.
Die Befragung betrachtet differenziert das Krankmeldeverhalten junger Beschäftigter, den Einfluss der Covid-19-Pandemie auf ihr Gesundheitsverhalten sowie das Phänomen Präsentismus. Der Report erfasst, wie zufrieden junge Beschäftigte mit ihrer Arbeit sind, welche Aspekte ihnen wichtig sind und ob andere Faktoren als generationstypische Merkmale Einfluss nehmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Generationenkonflikten: deren Verbreitung, Erfahrungen und Auswirkungen auf die Beschäftigten.
Methodik
Die Analyse basiert auf Prozessdaten der DAK-Gesundheit mit Arbeitsunfähigkeits- und ambulanten Behandlungsdaten von 2,4 Mio. Versicherten. Zusätzlich wurde eine Online-Befragung von 7.068 abhängig Beschäftigten (18–65 Jahre) im Oktober/November 2024 durchgeführt. Die Stichprobe ist repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Bildung und Bundesland. Für den Vergleich wurden auch Befragungen aus 2011 (3.003 Teilnehmende) und 2016 (5.175 Teilnehmende) herangezogen.
Ergebnisse
Die Beschäftigten unter 30 Jahren hatten 2024 mit 4,7 Prozent einen unterdurchschnittlichen Krankenstand (Gesamt: 5,4 Prozent). Die Krankschreibungen sind meist kurz (5,9 Tage vs. 9,7 Tage gesamt) und betreffen vor allem Atemwegserkrankungen, die häufigste Diagnose bei jungen Männern und Frauen (65 Prozent bzw. 69 Prozent der unter 19-Jährigen in ambulanter Behandlung 2023).
Junge Beschäftigte schätzen ihre Gesundheit altersgerecht am besten ein, dennoch leiden 21 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und über 25 Prozent der 25- bis 29-Jährigen an chronischen körperlichen Erkrankungen. Chronische psychische Erkrankungen geben 18 Prozent bzw. 17 Prozent an. Psychische Erkrankungen machen rund 14 Prozent der Fehltage bei unter 30-Jährigen aus. 31 Prozent der weiblichen und 20 Prozent der männlichen Beschäftigten unter 19 Jahren erhielten 2023 eine ambulante Diagnose aus diesem Bereich, vor allem Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen.
Depressive Symptome sind bei unter 30-Jährigen häufiger als bei Älteren. Weniger als 20 Prozent der jungen Beschäftigten empfinden Arbeit als sehr belastend, wobei die Arbeitsbelastung mit dem Alter zunimmt. Seit 2010 nimmt die starke Belastung bei 25- bis 29-Jährigen ab.