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Robert Koch-Institut (RKI)

Bericht zur Pflegebedürftigkeit und (informellen) Pflege in Deutschland – Status Quo

Schwerpunktthemen: Forschung, Pflege, Prävention

Fast 13 Prozent der Frauen und rund 8 Prozent der Männer leisten Pflege für An- und Zugehörige. Ein Drittel der Pflegenden gibt an, sich stark oder sehr stark belastet zu fühlen. Das sind neue Ergebnisse aus dem Panel des Robert Koch-Instituts (RKI) 2024, die RKI-Forschende in einem Bericht zur Pflegebedürftigkeit veröffentlicht haben. Für den Bericht wurden aktuelle Erkenntnisse zur Pflegebedürftigkeit und zu Einschränkungen in der funktionalen Gesundheit zusammengestellt.

Pflege wird überwiegend von An- und Zugehörigen erbracht. Der demografische Wandel wird, geschätzt auf Basis der derzeitigen Bevölkerungszusammensetzung, zu einem substanziellen Anstieg (geschätzt 30 Prozent) der Pflegebedürftigen führen, während gleichzeitig die Ressourcen in der professionellen Pflege unter Druck geraten.

Bei der Entwicklung von Pflegebedürftigkeit kommt es maßgeblich auf die sozialen Rahmen­bedingungen an. Soziale Unterstützung (erfahren von 37,3 Prozent der Erwachsenen) kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Vorboten für Pflegebedürftigkeit sind nicht nur Krankheiten, sondern auch funktionale Einschränkungen. Letztere sind in Deutschland weit verbreitet, insbesondere unter Älteren. So berichteten 38 Prozent der Erwachsenen über Einschränkungen bei alltäglichen Tätigkeiten in den letzten 6 Monaten, 16 Prozent der Erwachsenen Gedächtnisverschlechterungen. Bei den ab 65-Jährigen leiden 65 Prozent unter Multimorbidität, 23 Prozent gaben an, im letzten Jahr mindestens einmal gestürzt zu sein.

Frauen sowie Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen und mit Migrationsgeschichte sind signifikant häufiger von gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen betroffen. Physische und psychosoziale Belastungen in Alltag und Beruf, von denen sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind, erhöhen die Risiken für eine Vielzahl chronischer Erkrankungen und frühe Pflegebedürftigkeit.

Ansatzpunkt für Prävention sind verhaltensbezogene Risikofaktoren für chronische Erkrankungen, die ihrerseits zu Auftreten und Voranschreiten von Pflegebedürftigkeit führen können. Etwa drei Viertel der Älteren bewegen sich nicht ausreichend, essen weniger als die empfohlene Menge an Obst und Gemüse, bzw. sind übergewichtig.

Online verfügbar:
https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Gesundheit-im-Lebensverlauf/Pflege/Pflegebericht.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Zitation:
Robert Koch-Institut (RKI) (2026). Bericht zur Pflegebedürftigkeit und (informellen) Pflege in Deutschland – Status Quo. Berlin. https://doi.org/10.25646/14115.

Kontakt:
Robert Koch-Institut (RKI)
zentrale(at)rki.de


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