Die hohe Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter – nachfolgend als Kinderübergewicht bezeichnet – stellt eine bedeutende Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind umfassende, systematisch geplante und lokal verankerte Präventionsstrategien erforderlich. Kommunen kommt dabei eine zentrale Rolle zu – sie fungieren als sogenanntes „Dach-Setting“, indem sie die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen bieten, um Präventionsmaßnahmen zu initiieren, zu koordinieren und nachhaltig umzusetzen.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Umsetzung solcher Maßnahmen ist die Handlungsbereitschaft der Kommune (Community Readiness). Das Community Readiness Model stellt ein systematisches Instrument dar, mit dem sich der aktuelle Stand der kommunalen Handlungsbereitschaft erfassen, bewerten und gezielt weiterentwickeln lässt. Obwohl das Modell international erfolgreich in verschiedenen gesundheitlichen Bereichen eingesetzt wird, fehlt in Deutschland bislang eine spezifische Übertragung auf den Bereich der Übergewichtsprävention bei Kindern und Jugendlichen.
An dieser Stelle setzt der vorliegende Leitfaden an: Er wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelt, um diese Lücke zu schließen und Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Präventionsarbeit strategisch weiterzuentwickeln und wirkungsvoll zu gestalten.
Mit diesem Leitfaden erhalten Kommunen ein praxisnahes Instrument, um:
- den Stand ihrer Handlungsbereitschaft zur Prävention von Kinderübergewicht einzuschätzen,
- darauf aufbauend geeignete Maßnahmen zu planen und umzusetzen,
- und ihre Präventionsarbeit zu stärken.
Der Leitfaden richtet sich an Fachkräfte, Entscheidungstragende sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die in der kommunalen Prävention von Kinderübergewicht tätig sind.